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Pneumologie als medizinischer Fachbereich

 

Die Pneumologie (Lungenheilkunde) beschäftigt sich mit Diagnose und Therapie von Lungenerkrankungen. Als Pneumologen bezeichnet man spezialisierte Fachärzte für Lungenkrankheit. Diese haben sich nach abgeschlossener Ausbildung in Innerer Medizin während mindestens drei Jahren in diesem Fachbereich weitergebildet.
An allen fünf Universitätsspitälern der Schweiz gibt es eine Abteilung für Pneumologie. Das Fach ist durch einen Lehrstuhl vertreten. An allen grösseren Spitälern der Schweiz werden Patienten mit Lungenkrankheiten ebenfalls durch Pneumologen abgeklärt und behandelt. Einzelne Kliniken haben sich auf die Rehabilitation von Patienten mit Lungenkrankheiten spezialisiert. Daneben sorgt ein dichtes Netz von pneumologischen Praxen in der ganzen Schweiz für eine qualitativ hochstehende ambulante Behandlung von Lungenpatienten.

Die Erkrankungen, die sich an der Lunge abspielen sind vielfältig. Häufige Krankheitsbilder sind

 

Asthma
Anfallsartige Verengung der Bronchien, die sich mit Atemnot und Husten äussert.

Weitere Informationen zu Asthma


Chronische Bronchitis
Entzündung der Bronchien mit Husten und Auswurf mehr als drei Monaten pro Jahr dauernd während mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Diese Erkrankung kommt fast ausschliesslich bei Rauchern vor.

Weitere Informationen zu Chronischer Bronchitis


Chronisch obstruktive Lungenkrankheit – Lungenemphysem
Führt die chronische Bronchitis zu einer Verengung der Atemwege, spricht man von einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit. Die Verengung der Bronchien wird in frühen Stadien vom Patienten nicht bemerkt und äussert sich beim Fortschreiten der Erkrankung mit Atemnot bei körperlicher Belastung.
Unter einem Lungenemphysem versteht man die Erweiterung und Zerstörung der Lungenbläschen. Dadurch kommt es zu Störung des Gasaustausches, die sich mit Sauerstoffmangel im Blut äussert.

Weitere Informationen zu COPD


Bronchiektasen
Erweiterung der Bronchien, die sich mit Husten und vermehrtem Auswurf äussert.


Erkrankungen des Lungengerüsts
Dazu gehören eine ganze Reihe von mehr oder weniger häufigen Lungenkrankheiten, die aufgrund von immunologischen Reaktionen entstehen. Beispiele dafür sind die Sarkoidose, die Vogelhalterlunge, die Farmerlunge etc.


Lungenembolien
Durch Blutgerinnsel werden die Lungengefässe verstopft. Die Blutgerinnsel haben ihren Ursprung in Thrombosen der Beinvenen. Lungenembolien äussern sich mit plötzlich auftretender Atemnot oder Stechen in der Brust.


Zystische Fibrose
Eine der häufigsten Erbkrankheiten, die sich durch äusserst zähen Schleim, der die Bronchien verstopft und mit einer Erweiterung der Bronchien (Bronchiektasen) äussert. Die Erkrankung wird in der Regel im Kindesalter diagnostiziert und führt beim Erwachsenen durch fortschreitende Beeinträchtigung der Lungenfunktion zur Invalidität.

Link zur Website der Schweizerischen Gesellschaft für Zystische Fibrose


Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
Dieses bösartige Tumorleiden wird vor allem bei Rauchern gesehen. Es handelt sich um die häufigste Krebsform beim Mann und mittlerweile um den häufigsten tödlich verlaufenden Tumor bei der Frau.

Weitere Information zu Lungenkrebs


Lungenentzündungen
Die Entzündung des Lungengewebes kann durch Viren (z.B. Grippeviren) oder Bakterien (z.B. Pneumokokken) verursacht sein. Schwere Formen verlaufen tödlich. Als vorbeugende Massnahmen werden Impfungen (gegen Grippe und Pneumokokken) empfohlen. Zur Therapie der bakteriellen Pneumonien werden Antibiotika eingesetzt.


AIDS-assoziierte Lungenerkrankungen
Die bekannteste Art der bei AIDS auftretenden Lungenentzündung ist die Pneumozystis carinii Pneumonie, die aber heute durch medikamentöse Vorbeugung viel seltener geworden ist. Daneben gibt es viele andere Erreger wie z.B. Tuberkelbakterien, für die immunabwehrgeschwächte AIDS-Patienten vermehrt anfällig sind.


Tuberkulose
Diese durch Tuberkelbakterien verursachte Lungenentzündung ist auch in der Schweiz keineswegs ausgestorben. Sie wird gehäuft bei Immigranten und älteren Personen sowie bei Patienten mit einer HIV-Erkrankung diagnostiziert und kann durch Medikamente geheilt werden.

Weitere Informationen zu Tuberkulose


Berufsbedingte Lungenerkrankungen: Asthma, Silikose, Asbestose etc.
Früher stellten Erkrankungen, die durch Einatmen von Silikat haltigem Staub (bei Mineuren im Tunnelbau) und bei der Verarbeitung von Asbest haltigem Material entstanden, ein grosses Problem dar. In der Schweiz kommen aufgrund von seit Jahren eingesetzten Schutzmassnahmen keine neuen Fälle dieser Erkrankungen vor. Hingegen tritt Asthma gehäuft bei Bäckern und bei Arbeiten mit Lösungsmitteln (Isozyanaten) auf.


Schnarchen, Schnarchen mit Atempausen, Schlaf-Apnoe Syndrom
Im Schlaf kommt es zu einer Erschlaffung im Bereiche des Schlundes und einem Zurückrutschen der Zunge. Die Vibration der Weichteile erzeugt das lästige Schnarchen. Steigt der Widerstand in den oberen Atemwegen noch stärker an, tritt eine Behinderung der Atmung auf, die den Schlaf des Betroffenen stört und sich mit einer vermehrten Einschlafneigung und Müdigkeit während des Tages äussert.

Weitere Informationen zu Schlafapnoe

 

Seltene Lungenkrankheiten

Weitere Informationen zu seltenen Lungenkrankheiten

 

 

Zur Abklärung dieser Erkrankungen kommen in Praxis und Spital moderne diagnostische Methoden zum Einsatz:

 

Lungenfunktion (Spirometrie, Diffusionsmessung, Plethysmographie)
Mit diesen Methoden wird der Luftgehalt der Lungen ausgemessen. Es kann z.B. eine Verkleinerung der Lunge oder eine Behinderung des Atemstroms festgestellt werden.


Blutgasanalyse
Der Gehalt des Blutes an Sauerstoff und Kohlensäure wird bestimmt


Allergieteste
Die Reaktion des Körpers auf bestimmte Antigene (Stoffe, die als fremd erkannt werden), bez. das Vorhandensein von Antikörpern (körpereigene Eiweisse, die körperfremde Stoffe erkennen und blockieren) kann durch Teste an der Haut oder aus Blutanalysen überprüft werden.


Ergometrie, Spiroergometrie (Belastungsuntersuchung)
Unter körperlicher Belastung (Fahrrad oder Laufband) wird das Verhalten von Herz, Kreislauf und Lunge eingehend getestet und studiert. Dabei wird der Pulsschlag, der Blutdruck, der Sauerstoffgehalt des Blutes und allenfalls die Atmung selbst (Spiroergometrie) aufgezeichnet. Eine solche Untersuchung erlaubt eine präzise Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine Beurteilung, ob die eingeschränkte Leistung durch Trainingsmangel, eine Erkrankung der Lunge oder des Herzens bedingt ist.


Röntgen, Computertomographie, nuklearmedizinische Untersuchungen
In Zusammenarbeit mit Röntgenfachärzten werden die optimalen der heutzutage zahlreichen bildgebenden Untersuchungsmöglichkeiten für vermutete Krankheitsbilder als diagnostisches Hilfsmittel ausgewählt und ausgewertet.


Fiberbronchoskopie (Spiegelung der Bronchien)
Bei bestimmten Krankheiten müssen die Luftwege und deren Schleimhaut direkt untersucht werden. Dies erfolgt mittels flexiblen optischen Instrumenten, die beim oberflächlich narkotisierten Patienten via Nase oder Mund eingeführt werden. Durch einen Arbeitskanal können so bei Bedarf unter direkter Sicht auch Gewebeproben entnommen werden.


Thorakoskopie
Der Raum zwischen Brustfell und Lunge (Pleuraraum) stellt sich in bildgebenden Untersuchungen nur selten so dar, dass seine Erkrankungen sicher erkannt werden. In oberflächlicher Narkose kann mit einem optischen Instrument der Raum zwischen dem Brust- und Lungenfell betrachtet werden. So können gezielte Gewebsproben zur weiteren Untersuchung entnommen werden. Falls nötig, werden das Brust- und das Lungenfell miteinander verklebt (Pleurodese) die zwei Brustfellblätter miteinander verklebt.


Pulsoximetrie (unblutige Messung des Sauerstoffgehalts im Blut)
Störungen des Gasaustausches können mit dieser einfachen Messung der Rotlichtabsorption der Haut nachgewiesen und in ihrer Schwere verfolgt werden.


Schlafuntersuchungen (Schlaflabor)
Bei Symptomen, die auf atmungsbedingte Störung des Schlafes hinweisen, wie gesteigerte Einschlafneigung tagsüber, morgendliche Kopfschmerzen und Mundtrockenheit muss zur Bestätigung des Verdachtes und vor Einleitung einer Therapie die nächtliche Atemtätigkeit im Schlaf untersucht werden. Dies erfolgt unter Einsatz computerisierter Überwachungsapparaturen. Die Wirksamkeit der Behandlung wird auf die gleiche Art überprüft.


Das Spektrum der möglichen Therapien ist vielseitig. Die meisten Behandlungen sind ambulant möglich.

  • Inhalation von Medikamenten bei obstruktiven Lungenkrankheiten
  • Beratung für Rauchentwöhnung
  • Beratung zur Verminderung der Belastung durch Allergene
  • Heim-Sauerstofftherapie
  • Nasale Überdruckatmung beim Schlaf-Apnoe Syndrom
  • Medikamentöse Behandlung bei infektiösen Lungenkrankheiten
  • Medikamentöse Behandlung der Tuberkulose
  • Behandlung von Lungentumoren (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie)

Für aufwendige Abklärungen und Behandlungen muss der Patient ins Spital aufgenommen werden.

 

Jeden Dienstag 17 - 19 Uhr

beantworten ÄrztInnen Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.